AAndrea
Kennt wer eine Putzerei rund um Mistelbach, die auch Vorhänge nimmt?
Wenn im Keller das Wasser aus dem Bodenablauf steigt, steckt entweder eine Verstopfung im Hauskanal oder Rückstau aus dem öffentlichen Kanal dahinter. So unterscheiden Sie beides und so schützen Sie Ihr Haus.
Steigt Abwasser im Keller hoch, ist entweder der eigene Hauskanal verstopft oder Wasser drückt bei Starkregen aus dem öffentlichen Kanal zurück. Eine Verstopfung löst ein Fachbetrieb mit Hochdruckspülung und Kamera. Gegen Rückstau sichert der Eigentümer alle Abläufe unter der Rückstauebene mit Hebeanlage oder, bei selten genutzten Abläufen, mit einem Rückstauverschluss.
Ein gluckernder Abfluss im Erdgeschoß, ein übler Geruch im Keller, Wasser, das aus dem Bodenablauf drückt: Probleme mit dem Kanal kündigen sich oft an. Hinter einem nassen Keller stecken meist zwei verschiedene Ursachen, und für beide sind zuerst Sie als Hausbesitzer zuständig.
Die NÖ Bauordnung schreibt vor, dass Schmutzwasser grundsätzlich in den öffentlichen Kanal abzuleiten ist, wenn eine Anschlussmöglichkeit besteht. Die Leitungen vom Haus bis zum Anschluss an den Straßenkanal gehören in aller Regel zum Grundstück. Wo genau die Grenze liegt und was die Gemeinde übernimmt, regelt die Kanalordnung Ihrer Gemeinde. Im Zweifel fragen Sie am Gemeindeamt nach.
Quelle: NÖ Bauordnung 2014, § 45, RIS, abgerufen 10/2026
Läuft nur bei Ihnen das Wasser schlecht ab, während es nicht regnet, sitzt die Verstopfung meist im Hauskanal. Typische Ursachen sind:
Bei einem einzelnen verstopften Waschbecken hilft oft schon die Saugglocke oder das Reinigen des Siphons. Sind mehrere Abläufe gleichzeitig betroffen oder steigt Wasser im tiefsten Ablauf im Keller, sitzt das Problem tiefer. Dann sparen Sie sich Chemie aus dem Supermarkt: Sie löst feste Verstopfungen selten und greift Dichtungen an.
Ein Betrieb für Rohr- und Kanalreinigung arbeitet meist so:
Die Kamera lohnt sich vor allem bei wiederkehrenden Verstopfungen und vor dem Kauf eines älteren Hauses. Lassen Sie sich die Aufnahme und ein kurzes Protokoll geben. Was eine Kanalreinigung kostet, hängt von Anfahrt, Dauer, Zugänglichkeit und davon ab, ob eine Kamera eingesetzt wird. Holen Sie zwei Angebote ein und fragen Sie nach Zuschlägen für Nacht- und Wochenendeinsätze; hilfreich ist dabei unsere Vorlage Angebote vergleichen.
Ganz anders ist es bei Starkregen. Das Amt der NÖ Landesregierung erklärt in seinem Merkblatt zur Rückstausicherung, dass es aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich ist, öffentliche Kanäle so groß zu bauen, dass jedes außergewöhnliche Regenereignis sofort abfließt. Dann kann Wasser aus dem Straßenkanal in den Hausanschluss zurückdrücken. Liegen im Gebäude ungesicherte Abläufe wie WC, Bodenablauf oder Waschbecken tiefer als die maßgebliche Rückstauebene, werden diese Räume überflutet. Als weitere Ursachen nennt das Merkblatt Überlastung durch unplanmäßige Einleitungen, Verengungen, Verstopfungen, den Ausfall eines Pumpwerks und Rückstau aus einem Gewässer.
Auch die OIB-Richtlinie 3, die in Niederösterreich über die Bautechnikverordnung gilt, verlangt, dass Abwasseranlagen so geplant und ausgeführt werden, dass unter anderem ein Rückstau von Abwasser ins Bauwerk vermieden wird.
Laut dem NÖ Merkblatt ist die maßgebliche Rückstauebene gleich der Höhe des nächsten, gegen die Fließrichtung liegenden Kanalschachts oder Einlaufgitters plus 15 Zentimeter. Ist sie vor Ort nicht klar erkennbar, etwa in Hanglage, muss sie unter Berücksichtigung von Kuppen und Senken ermittelt werden. In Überschwemmungsgebieten ist zusätzlich der mögliche Hochwasserstand zu beachten.
Alle Ablaufstellen unterhalb dieser Ebene sind grundsätzlich vom Liegenschaftseigentümer gegen Rückstau zu sichern. Das betrifft vor allem:
Eine Hebeanlage pumpt das Abwasser automatisch über die Rückstauebene in den Straßenkanal, auch wenn dieser voll ist. Die angeschlossenen Abläufe können laut Merkblatt sogar während eines Rückstaus weiter benützt werden.
Ein Rückstauverschluss, umgangssprachlich Rückstauklappe, darf laut Merkblatt nur selten verwendete Ablaufstellen sichern, auf deren Benützung im Rückstaufall verzichtet werden kann und bei denen im Schadenfall keine wesentlichen Sachwerte betroffen wären. Benötigt werden doppelt wirkende Verschlüsse, die selbsttätig schließen und zusätzlich von Hand verriegelt werden können. Hängt ein WC daran, ist nach ÖNORM B 2501 für fäkalienhaltiges Abwasser nur der Typ 3 mit elektrisch betriebenem Verschluss und unabhängigem Notverschluss zulässig. Bei den anderen Typen ist der Notverschluss grundsätzlich zu verriegeln, wenn der Ablauf nicht benützt wird.
Für die Planung und den Einbau sind Installateure, Baumeister oder Ziviltechniker zuständig. Ein Fachbetrieb kann den bestehenden Zustand mit einer Kamerabefahrung prüfen.
Quelle: Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung Siedlungswasserwirtschaft, Merkblatt „Sicherung gegen Rückstau aus Kanalsystemen“ und OIB-Richtlinie 3 (2023), Punkt 3.2, abgerufen 10/2026
Tipp: Schauen Sie heute nach, ob es in Ihrem Keller eine Rückstauklappe gibt und wann sie zuletzt geöffnet und gereinigt wurde. Eine verschmutzte oder verklemmte Klappe schließt im Ernstfall nicht.
Abwasser aus dem Kanal ist kein sauberes Regenwasser. Tragen Sie Gummistiefel und Handschuhe, schalten Sie Strom in betroffenen Räumen nur ab, wenn Sie den Verteiler gefahrlos erreichen, und fotografieren Sie die Schäden für die Versicherung. Ob und in welcher Höhe Rückstauschäden versichert sind, klären Sie direkt mit Ihrer Versicherung. Wie Sie nach einer Überflutung aufräumen und reinigen, steht ausführlich in Nach dem Hochwasser aufräumen und reinigen. Bei größeren Schäden übernehmen Firmen für Sonderreinigung das Absaugen, Reinigen und Desinfizieren.
Rohr- und Kanalreinigung in Niederösterreich finden →
Wenn mehrere Abläufe gleichzeitig schlecht abfließen oder Wasser im Keller hochsteigt, rufen Sie einen Betrieb für Rohr- und Kanalreinigung. Er öffnet die Leitung mit Hochdruckspülung oder Fräse und prüft sie bei Bedarf mit einer Kamera.
Die Leitungen vom Haus bis zum Anschluss an den öffentlichen Kanal gehören in der Regel zum Grundstück. Die genaue Abgrenzung regelt die Kanalordnung der Gemeinde.
Die Höhe, bis zu der Abwasser bei Überlastung des Kanals zurückdrücken kann. Laut Merkblatt des Landes Niederösterreich ist sie gleich der Höhe des nächsten, gegen die Fließrichtung liegenden Kanalschachts oder Einlaufgitters plus 15 Zentimeter.
Nur für selten verwendete Abläufe, auf die man im Rückstaufall verzichten kann und bei denen keine wesentlichen Sachwerte betroffen wären. Sonst ist eine Hebeanlage die sichere Lösung; für WC-Abwasser ist nach ÖNORM B 2501 nur ein Rückstauverschluss Typ 3 zulässig.
Laut Land Niederösterreich grundsätzlich der Liegenschaftseigentümer: Er muss alle Ablaufstellen unterhalb der maßgeblichen Rückstauebene gegen Rückstau sichern. Wartung und Bedienung richten sich nach den Vorgaben des Herstellers.
Sie zeigt den Zustand der Leitung von innen: Brüche, Versätze, Wurzeln oder Ablagerungen. Das ist sinnvoll bei wiederkehrenden Verstopfungen und vor dem Kauf eines älteren Hauses.
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